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2009 |
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Die Ursprünge von Sandskulpturen
Es heißt, schon 3000 Jahre vor Christus nutzten die ägyptischen Baumeister Sandmodelle, um so ihre geplanten Riesenbauten den Pharaonen zu präsentieren. Ob´s stimmt?! Fakt ist, dass die Entwicklung von Sandskulpturen als Kunstform ihren Ursprung in den Vereinigten Staaten hat. Dort wurden zu Beginn des 20. Jahrhunderts zahlreiche Sandskulpturenwettkämpfe und -veranstaltungen organisiert. Als Bühne dienten Strände in Florida und Kalifornien. Dabei wurde mit unterschiedlichen Sand-Arten und Techniken experimentiert. Auf diese Weise konnte nicht nur die künstlerische Qualität gesteigert werden, sondern es wurde auch der Bau von riesigen Skulpturen ermöglicht.
Was uns an Sand bewegt!
Jeder von uns hat als Kind mit Sand gespielt - überall auf der Welt! Deshalb verbinden wir mit Sand eigentlich nur erfreuliche Erinnerungen. Und deshalb ist Sand auch vom Image her so positiv besetzt. Wenn alle Papi´s dieser Welt mit ihren Kindern am Strand Sandburgen bauen, so spricht das nur für sich. Wir, die Carver, machen es genauso wie alle Papi´s - nur größer, höher, detaillierter.
Was ist ein Carver?
Als "Carver" bezeichnen sich die Sandskulpteure selber. Das leitet sich aus dem Englischen "to carve" von Schneiden, Schnitzen ab. In jedem von uns steckt seit Kindheitstagen eigentlich ein "Carver". Nur erinnern wir uns als Erwachsene nicht mehr daran. Aber jeder könnte es wieder werden, wenn man nur folgendes beherrscht:
• eine gewisse Technik
• Geduld
und Neugier, mit dem "Baustoff" Sand immer etwas Neues auszuprobieren.
Baustoff Sand
Sand ist ein phantastischer Baustoff. Machbar ist aus ihm (fast) alles - eine Gebäudereplik, Tiere, Personen, ganze Städte oder Landschaften in jeder nur denkbaren Form und Kombination. Das einzige, was man braucht, ist die richtige Art von Sand. Wir nutzen für unsere Skulpturen einen naturbelassenen Sand mit allen Additiven, die ihm Mutter Erde gegeben hat. Zunächst wird der Sand gesiebt, um grobe Steine, Kiesel etc. auszusondern. Solange, bis er die gewünschte Körnung von 0-2 mm erreicht hat und zu bearbeiten ist. Wir kümmern uns darum, diesen Sand möglichst in der Nähe unseres Einsatzortes zu finden, um teure Transportwege zu vermeiden. Das ist allerdings nicht immer möglich.
Die Technik
Der Sand wird mit Wasser gemischt und in Holzverschalungen mittels Vibrationsstampfern oder eisernen Handstampfern hart zusammen gepresst. Dieses "komprimieren" des Sandes nennen die Carver "compacten". Erst dadurch ist es möglich, Sandskulpturen von 10 m Höhe und mehr zu errichten. Wobei der prinzipielle Aufbau immer pyramidenförmig erfolgt, da sonst die Statik nicht mitspielen würde. Nach dem Abnehmen der Verschalungen hat der Carver einen leicht angehärteten Sandblock vor sich, der nun problemlos bearbeitet werden kann. Er geht dabei vor wie ein Bildhauer, und arbeitet sich von oben nach unten, bis zum sogenannten "touch-ground", dem "Richtfest" der Carver, wenn der Boden erreicht ist. Dann ist die Skulptur bis auf einige Details quasi schon fertig, denn ein weiteres Bearbeiten, sprich Betreten, im höheren Bereich ist nun nicht mehr möglich.
Nur Sand und Wasser!
Wegen der geschilderten Sandstruktur sind keinerlei chemische Zusätze als "Bindemittel" o.ä. an unserer Skulptur notwendig. Wir benötigen nur Wasser. Eine Oberflächenfixierung mit Eiweißstoffen (Gluten) erfolgt nach Vollendung der Skulptur, um das bekannte Herabrieseln des Sandes zu vermeiden, und die Skulptur so dauerhafter gegen Regen und Wind zu schützen.
Unsere Sandskulpturen sind damit ausgesprochen "umweltfreundlich" und dementsprechend nach einer Aktion leicht zu entsorgen. Die Skulptur selber ist, selbst wenn sie außerhalb geschlossener Räumlichkeiten errichtet wird, sehr widerstandsfähig. An Nord- und Ostsee-Strand in Zeebrugge oder Travemünde stehen bis zu 20 m hohe Skulpturen rd. 5 - 6 Wochen, die trotz z.T. ungünstiger Witterungsverhältnisse diese Zeit (fast) schadlos überstehen. Entsteht ein Schaden, kann er repariert werden, oder der beschädigte Teil der Skulptur wird weggeräumt bzw. ersetzt. Indoor hielten unsere Skulpturen bereits über ein Jahr.
Der häufigste Einwand bei unseren outdoor-Skulpturen: Und wenn es regnet? Regen schadet nicht, er wird von der Sandmenge einfach absorbiert. Der einzig wahre natürliche Feind sind Seevögel, die sich besonders gerne auf den Ecken und Kanten einer Sandskulptur niederlassen. Dem begegnen wir mit sogenannten "birdwire", die auch von "normalen" Gebäuden her bekannten "Metallstacheln".
Werkzeuge
Der Strohhalm ist das wichtigste Werkzeug für die Carver. Mit ihm bläst er die übriggebliebenen Sandkörner weg, um zu sehen, wie er weiter vorgehen muß. Ansonsten kommen von der groben Maurerkelle bis hin zum feinen Skalpell so ziemlich alle Werkzeuge zum Einsatz, die man sich vorstellen kann. Selbst Pferdebürsten (z.B. um Holzmaserungen nachzubilden) finden Verwendung. Unter den Carvern gibt es einen regen Austausch, welche "tools" am besten geeignet sind..., aber viele behalten ihre Geheimnisse lieber für sich.
Carver´s Language
Im Laufe der Jahre entstand ein regelrechter Jargon, der absolut notwendig ist, da die Carver aus allen Ländern der Welt kommen. English is a must! Wie sonst sollten sich die amerikanischen Carver mit ihren Kollegen aus Asien verständigen! Hier nur eine kleine Auswahl der "Carver´s language"
| Carven: |
Das Schneiden des Sandes |
| Carver: |
Sandskulpturenkünstler |
| Compacten: |
Das Verdichten des Sandes durch Nässe und Anstampfen |
| Cut-through: |
Ein Durchbruch, z.B. ein Tor oder ein Bogen.
Sehr schwierig, da der Sand einbrechen kann! |
| Sand sculpting: |
Sandskulpturen bauen |
| Tools: |
Werkzeuge der Carver |
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